Schachvarianten zum klassischen Schach gibt es viele und werden auch gespielt. Dies wären z.B. 4-Spieler Schach; Tandemschach, sehr bei Jugendlichen beliebt; Räuberschach; Schach960 eine Erfindung von Robert Fischer das heute auch Turniermäßig gespielt wird, um nur einige zu nennen. Ich werde in einem weiteren Artikel später zurückkommen.
Auch das Janusschach ist eine Schachvariante auf einem größeren Brett und mit mehr Figuren.
Das Janusschach wurde 1978 von Werner Schöndorf aus Bildstock/Saarland erfunden und im Saarland bekannt und beliebt gemacht. Die Idee des 1999 verstorbenen Initiators und Organisators der Saar-Lor-Lux-Open auf der Freizeitmesse in Saarbrücken fand schnell viele Freunde. Im Gegensatz zum konventionellen Schach gibt es keine Theoriebücher, und Computerprogramme wurden bisher ebenfalls noch nicht professionell entwickelt. Dadurch ist jeder Spieler gezwungen, von Beginn an kreativ zu sein.
Nachfolgend ein kleiner Kurs zum Janusschach. (Auch Unter Super-Schach bekannt.)
Spielregeln
Die Regeln des Janusschach sind bis auf drei Ausnahmen mit den normalen Schachregeln identisch.
(J1) Der Janus wird in der Grundstellung jeweils zwischen Turm und Springer eingefügt. Dadurch verbreitert sich das Schachbrett um zwei Felder. Die Anzahl der Bauern erhöht sich also auf 10.
(J2) Der Janus vereinigt Läufer und Springer in einer Figur. Er ist somit die einzige Figur, die alleine den König mattsetzen kann.
(J3) Nach der Rochade ist der König jeweils ein Feld vom Rande entfernt. Er steht also entweder auf der b- oder der i-Linie. Der Turm steht entsprechend auf der a- oder der j-Linie.
Die Schaja-Turniere in Saarbrücken (Saar-Lor-Lux-Open) fanden von 1993 – 1995 statt. Bekannte Schachgroßmeister, die Janusschach auf den Turnieren gespielt haben, sind Viktor Kortschnoi, Péter Lékó, Wolfgang Unzicker und Artur Jussupow. Die Großmeister spielten gerne die Saar-Lor-Lux-Open mit, weil es sehr gute Geldpreise und Startgelder, zur Verfügung gestellt von den Sponsoren, gab.
Besonders GM Viktor Kortschnoi war vom Janusschach angetan. Er war zweimal in Saarbrücken. Er hatte schon so seine Probleme mit dem Janus. In seinen Partien tauschte er ab und zu unnötig seinen Janus gegen einen Springer oder Läufer. Obwohl er vor dem Turnier mit Janus-Spezialisten, ich war auch einer, Privattraining bekam.

Jung K-O – GM Viktor Kortschnoi, Schöndorf schaut zu.

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