Die Geschichte des Saarschachs im Überblick

Das Saarland hat eine eigene, bemerkenswerte Schachgeschichte – von einer kuriosen Sonderrolle im Weltschachbund über eine erfolgreiche Zeit in der 1. Bundesliga bis zu einer beliebten Turnierserie. Dieser Überblick bündelt die wichtigsten Kapitel und verlinkt die ausführlichen Beiträge, in denen du die Geschichten im Detail nachlesen kannst.

Eine eigene Schach-Nation: die Saar in der FIDE

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Saargebiet unter französische Verwaltung und ging einen Sonderweg: 1947 erhielt es mit der „Saarmark“ eine eigene Währung, 1948 bekamen die Saarländer eine eigene Staatsangehörigkeit. In dieser Zeit wurde das Saarland sogar als eigenständige Nation in den Weltschachbund (FIDE) aufgenommen.

Für die saarländischen Schachspieler war das ein großer Vorteil: Sie konnten an den Schacholympiaden als selbstständiges Land teilnehmen – eine Besonderheit, die es so in der deutschen Schachgeschichte kein zweites Mal gibt. Die ganze Geschichte liest du in „Die Saarabstimmung aus sportlicher Sicht“.

Diese Episode endete erst, als das Saarland zum 1. Januar 1957 politisch zur Bundesrepublik kam und schachlich im Deutschen Schachbund aufging. Für einige Jahre aber hatte die kleine Region einen eigenen Platz unter den Schachnationen der Welt – ein Kapitel, das in Deutschland bis heute einzigartig geblieben ist.

Zwei Jahre an der deutschen Spitze: der SC Anderssen St. Ingbert

Seinen sportlichen Höhepunkt erreichte das Saarschach Ende der 1990er Jahre. Der SC Anderssen St. Ingbert hatte sich über viele Jahre zu einem der führenden Vereine des Saarlandes entwickelt und schaffte 1996 den Aufstieg in die 1. Schachbundesliga – die höchste deutsche Spielklasse.

Eng verbunden war dieser Weg mit Karl-Otto Jung, der die Mannschaft lange als Mannschaftsführer begleitete und den Verein von der Landesklasse bis in die deutsche Eliteliga führte. In den Spielzeiten 1996/97 und 1997/98 hielt sich St. Ingbert nicht nur in der Bundesliga, sondern belegte sogar zweimal Plätze im oberen Tabellenfeld. Die ganze Erfolgsgeschichte steht in „Höhepunkte des Saarschachs – 1. Bundesliga“.

Eine Sommer-Tradition: der Homburger Sommer 2011–2017

2011 wurde in Homburg-Erbach eine neue Turniertradition gegründet: der „Homburger Sommer“, veranstaltet vom SV 1932 Homburg-Erbach und der Saar-Schach-Agentur im Haus der Begegnung. Über sieben Jahre entwickelte er sich zu einer festen sommerlichen Schachveranstaltung, bei der Jugendliche, Erwachsene und Senioren gemeinsam an den Brettern saßen.

Die Sieger der Jahre spiegeln die Entwicklung der Serie wider: 2011 war Andreas Stock nicht zu schlagen, 2012 gelang Philipp Sahm ein Start-Ziel-Sieg, 2014 verteidigte Markus Müller seinen Titel, und 2016 sowie 2017 setzte sich Helmut Ortinau durch. Ausführlich mit allen Turnieren und Ergebnissen:

Was den Homburger Sommer besonders machte, war sein offener Charakter: Hobby- und Vereinsspieler, Jung und Alt saßen an denselben Brettern. Genau diese Mischung sorgte über die Jahre für die familiäre Atmosphäre, für die das Turnier bekannt wurde – und für spannende Partien, in denen auch Nachwuchstalente den Favoriten Paroli bieten konnten.

Fazit

Von der eigenen FIDE-Mitgliedschaft über die Bundesliga-Jahre bis zum Homburger Sommer: Die Geschichte des Saarschachs ist reicher, als viele vermuten. Dieser Überblick ist dein Einstieg – folge einfach den Links zu den einzelnen Kapiteln.

Zu den Büchern von Edition Jung

Viele Informationen, Texte, Partien und Taktiken aus der Reihe Schachwissen stammen aus Büchern des Verlags von Karl-Otto Jung. Hier seht ihr eine Auswahl davon. Einfach mal rein klicken oder direkt zu der Seite "Bücher" wechseln