Schachfieber

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Gerhard Josten

Schach und Computer

Schach und Computer, welch´ ein gegensätzliches und eigenwilliges Paar! Auf der einen Seite haben wir es mit einem alten und hohen Kulturgut zu tun, das der Schriftsteller Stefan Zweig in seiner berühmten Schachnovelle mit glühenden Worten als eine Wissenschaft, eine Kunst, eine Architektur und ein Geschenk der Götter beschrieb, und auf der anderen Seite tritt uns die gewaltige Rechenkraft von elektronischen Maschinen entgegen, die in Verbindung
mit ausgefeilten und sich ständig verbessernden Schachprogrammen das scheinbar unergründliche Spiel allmählich zu entzaubern beginnt. So ganz neu ist diese seltsame Verbindung zwischen Schach und Maschinen allerdings nicht!

Offenbar ging von dieser Paarung seit der Existenz der Rechenmaschinen immer schon ein besonderer Reiz aus. Beispielsweise hatte Wolfgang von Kempelens berühmter Schachautomat, über den im folgenden Abschnitt detailliert berichtet wird und der in Wirklichkeit nicht mehr als eine raffiniert von Menschenhand gesteuerte Maschine war, die Gelegenheit, sich im Jahre 1809 sogar mit dem französischen General Napoleon messen zu dürfen. Der General verlor alle drei angeblich gespielten Partien, diese allerdings in Wirklichkeit nicht gegen die Maschine, sondern gegen den bekannten Spieler Allgaier, der sich in ihr verborgen hatte und die Züge des Automaten führte.