Schachfieber

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Helmut Wieteck

Walter Niephaus

Walter Niephaus? Nie gehört den Namen! So oder so ähnlich wird wohl heute in vielen Schachvereinen die Antwort lauten, wenn man nach diesem Namen fragen würde.

Dennoch war Niephaus in den vierziger und fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einer der stärksten Schachspieler in unserm Lande, der den Skalp so berühmter Meister wie: Bogoljubow, Ivkov, O´Kelly, Rellstab, Unzicker, L. Schmid usw. ja sogar von Aljechin an seinem Gürtel trug.

Als er mir einmal so nebenbei an einem Sonntagmorgen bei einer Autofahrt zum Auswärtsspielort in der Rheinland-Pfalz-Liga von seinem Sieg über Aljechin erzählte, war ich im ersten Moment platt und muss wohl ziemlich ungläubig geguckt haben. Unser Niephaus ein „Aljechin-Killer?“ Ich kannte doch Aljechins Erfolge in- und auswendig, hatte hunderte seiner Partien nachgespielt, aber noch nie in diesem Zusammenhang von Niephaus gehört.

Aljechin der dem damals 19-jährigen Niephaus eine große Schachkarriere vorausgesagt hatte, sollte nur teilweise recht behalten. Zwar war beim Rheinländer alles auf eine große Karriere angelegt, aber sein Ehrgeiz, den er in seinen Partien immer an den Tag legte, war in Bezug auf Titelambitionen nicht sehr ausgeprägt.

Die Andernacher Schachfreunde lernten den Meister, obwohl er hier wohnte, erst relativ spät kennen, als er mit über 60 Jahren in Pension ging und nun nicht mehr für die Düsseldorfer SG spielen musste, der er bis dahin beruflich verpflichtet war.

Niephaus verstarb am Montag den 2. November 1992 nach kurzer Krankheit in Andernach.
Dieses kleine Büchlein zum 80. Geburtstag des Meisters, im Frühjahr 2003, soll das Andenken an ihn wach halten.