Schachfieber
Das Portal für Schachbegeisterte
Dr. Kurt G. Köhler
Meine ausgewählten Schachpartien aus den Jahren 1951 – 2003
Etwa 1948 machte ich Bekanntschaft mit dem Schach. Was es für mich später in der Jugend bedeuten sollte und warum ich zeitlebens beim Schach blieb, habe ich versucht zu erklären. Für Anfänger oder diejenigen, die am Schach interessiert sind, habe ich neben einer kurzen Geschichte des Schachs auch einige Hinweise zum Erlernen dieses Spiels vorangestellt. Meine ersten vorgestellten Verlustpartien sollen helfen, Angst und Hemmungen zu überwinden.
Im Jahre 1951 wurde ich offiziell Mitglied des Barbyer Schachklubs, meinem Heimatverein. Meine Begeisterung für Schach war an der Grenze der Besessenheit. Nur mit Mühe und äußerster Willensanstrengung fand ich zur Realität zurück und beendete mein Studium in einem zweiten Anlauf. Das Titelbild "Satan spielt mit dem Menschen um dessen Seele" von Moritz Retzsch soll die Verführungskunst der Schachgöttin "Caissa" versinnbildlichen. Welchen Einfluss sie auf junge Menschen haben kann, soll mein Artikel über Milan Vidmar verdeutlichen.
Nach Abschluß meiner Berufsausbildung 1962 und auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen mit "Caissa" kam das Schach für mich prinzipiell auf den zweiten Platz nach dem Beruf. Auf diese Wechselwirkung habe ich ebenso hingewiesen wie auf die Tatsache, daß ich das Schach als Hobby betrachtete. Ich war und blieb Amateur. Meine Aktivitäten beschränkten sich im allgemeinen auf (externe) Mannschaftsspiele und (interne) Klubmeisterschaften.
In der Literatur fand ich eine Partiesammlung über Hans Felbecker unter dem Titel "40 mal Schach-Romantik" (Schwarz-Weiß-Verlag GmbH, Bamberg 1982). Die Autoren sind Eising und Treppner. Felbecker war von Beruf Pastor. Seine Predigten waren sonntags. Weil die Mannschaftsspiele in Deutschland ebenfalls sonntags ausgetragen werden, konnte er sie nicht mitspielen. So verlegte Felbecker seine Schachaktivitäten auf das Fernschach. Die Partien Felbeckers sind fesselnd, fantasiereich und kombinationsreich, wie der Titel des Buches vermuten lässt.
Ermutigt durch Felbecker und seine Amateurpartien habe ich aus meinen mehr als 1100 bewahrt gebliebenen Partien 160 Partien ausgewählt und diese mit einer Kurzbiografie kombiniert. Natürlich habe ich Partien mit "Inhalt" gewählt, d.h. Partien mit Ideen und Motiven; auch fehlen solche mit bestimmten Strategien und Taktiken nicht. Die Partien sind einleitend mit Themen und/oder anderen Erläuterungen versehen. Bei besonders interessanten Stellungen habe ich Diagramme hinzugefügt.
Mit Ausnahme einiger Fälle habe ich die Partien nicht analysiert. Die Gründe hierfür sind, um den Verlauf der Partie fließend zu halten und die Gedanken beider Spieler zum Zeitpunkt des Spielens der Partie einfach und deutlich hervortreten zu lassen. Ich bin auch der Meinung, daß eine Analyse, von mir oder von anderen, einen Eingriff in unsere (geistige) Produktion bedeutet. Im Kapitel "Resumé" gehe ich auf diese Problematik näher ein.
In dieser Biografie ist regelmäßig von meinem autodidaktischen "Schachstudium" die Rede. Darüber habe ich an verschiedenen Stellen gesprochen. Es soll eine Entwicklung meiner Spielweise in den verschiedenen Lebens- und Berufsperioden zeigen. Darüber hinaus befassen die Kapitel "Über Schachstile" und "Über das Denken im Schach" Aspekte, die mehr im Bereich der persönlichen Eigenschaften und der Psychologie liegen. Das Kapitel "Ein Blick in eine meiner Vorbereitungen" soll die Schwierigkeiten zeigen, mit welcher beide Seiten im Laufe der Partie zu tun bekommen (können) und die sie lösen müssen.
Hin und wieder eingefügte Betrachtungen aus anderen Bereichen ergaben sich aus meinen Erfahrungen aus den verschiedenen Zeiten und sind hauptsächlich im Zusammenhang mit den Ausführungen in Kapitel "Über Charaktereigenschaften" zu sehen.
Mit dem Kapitel "Schach in Barby heute" kehre ich zu meiner Geburtsstadt und meinem ersten Klub zurück. Hier begann meine Kurzbiografie und hier soll sie mit einigen Mitteilungen über den Klub heute im Grunde genommen auch enden.
Meine Erfahrungen im oder über das Schach habe ich im Kapitel "Resumé" zusammengefasst.
Das Literaturverzeichnis ist nach Kapiteln geordnet. In ihm wird eine Auswahl der benutzten Bücher bzw. Literatur genannt. Die übrigen Teile sprechen für sich selbst.
Für mögliche Fehler ist allein der Verfasser wegen seiner Unvollkommenheit verantwortlich, wofür im voraus um Nachsicht gebeten wird. Zum Schluss bleibt mir nur noch zu hoffen, dass die ausgewählten Partien aus meiner mehr als 50-jährigen Schachpraxis nicht nur interessant sind, sondern die Darstellung auch Gefallen finden möge. Vielleicht ist sogar meine Mühe auch Anreiz für andere Amateure, um ihre besten Partien ebenfalls zusammenzustellen.










