Schachfieber
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Dr. Kurt G. Köhler
Das Schachturnier zu St. Petersburg 1895/96
Mit diesem ersten deutschsprachigen Buch über das Turnier zu St. Petersburg 1895/96 ist neben den Schachpartien auch ein Stück Schachgeschichte dargestellt. Sie betrifft hauptsächlich Dr. Emanuel Lasker's Weg zur Weltmeisterschaft und die Behauptung derselben bis 1921. Hinweise auf seine Leistungen als Exweltmeister und sein weiteres persönliches Schicksal runden seinen Weg als Schachspieler ab.
Teil I. behandelt die Vorgeschichte zum St. Petersburger Turnier. Die schachbiografischen Mitteilungen der fünf Erstplazierten aus dem Turnier zu Hastings 1895 geben Aufschluß über ihre bisherigen Leistungen.
In Teil II werden allgemeine Informationen über das Turnier und seinen Verlauf gegeben. Lasker ging aus dem Turnier als Sieger hervor. Auf das Kapitel Statistik sei deshalb besonders hingewiesen, weil hier mittels zeitlicher Kennziffern nachgewiesen wird, dass Lasker in St. Petersburg 1895/96 der schnellst spielende Schachmeister gewesen war. Seine Überlegenheit beruhte neben seinen taktischen und technischen Fähigkeiten vor allem auf seine psychologischen Einsichten und seine starken Nerven.
Das Turnier wurde nach russischem (Julianischem) Kalender vom 1.12.1895 bis 15.1.1896 bzw. nach Gregorianischem Kalender vom 13.12.1895 bis 27.1.1896 gespielt. Im vorliegenden Turnierbuch sind primär die in Rußland gültigen Daten genannt. Die entsprechenden Zeiten nach dem Gregorianischen Kalender sind in Klammern gesetzt.
Im Mittelpunkt des III. Teils stehen die 18 Runden des Turniers mit den 36 Partien. Jede Runde bestand aus 2 Partien. Eingangs jeder Runde wird der Inhalt jeder Partie kurz zusammengefaßt. Die Partien selbst sind mit 89 Diagrammen der wichtigsten oder interessantesten Positionen versehen, während die Anmerkungen am Ende einer jeden Partie stehen, um ein ablenkungsfreies Nachspielen zu ermöglichen. Die Anmerkungen berücksichtigen nach Möglichkeit neben Alternativen vor allem die Turnierspannung, vorhergehende Begegnungen und persönliche Ereignisse. Unter diesen Umständen sind die Partien Kampfpartien mit ihren Fehlern. Aber: Die Entscheidungen der Spieler in jeder beliebigen Partie oder Partiephase
wurden unter turniermäßigen, physischen, subjektiven und psychologischen Bedingungen getroffen. Eine tiefgehende Analyse
oder Beurteilung ist meines Erachtens weder von einer bestimmten Stellung noch von der gesamten Partie in diesem Rahmen angebracht. Den Rundenpartien sind von Fall zu Fall noch 11 Vergleichspartien eingefügt, was die oben beschriebene Entscheidung der Spieler in der jeweiligen Situation unterstreichen möge. Diese und die anderen Vergleichspartien sind in fortlaufender Notation geschrieben. Sie sind außerdem ohne Anmerkungen und ohne Diagramme, mit zwei Ausnahmen, gebracht. Die zwei Ausnahmen bezüglich der Diagramme sind die Endstellung der Partie Nr. 5 a, Lasker - Teichmann (St. Petersburg 1909) in Teil III, Runde 3 und die entscheidende Position der Partie Steinitz - Lasker (London 1899) in Teil IV, Kapitel 9. Am Ende des Turniers wurden 2 Beratungspartien von den beiden "Altmeistern" Steinitz und Tschigorin gegen die beiden "Jungmeister" Lasker und Pillsbury gespielt. Diese Partien enthalten 14 Diagramme; im übrigen werden die oben genannten Kriterien angehalten.
In Teil IV ist nach dem Turnier noch die damalige Zeit in verschiedenen Kapiteln schachgeschichtlich mit ihren aktuellen Fragen behandelt. Die aktuellste war zweifelsohne die der Weltmeisterschaft. Wie die "Öffentlichkeit" in Form von Turnieren
und Wettkämpfen reagierte und wie Lasker als Weltmeister die Frage löste, darauf geben die verschiedenen Kapitel nach dem St. Petersburger Turnier Auskunft. Aus diesem Grunde ist schon in der Vorgeschichte die Meinung Dr. Tarrasch's über den Weltmeister Emanuel Lasker wiedergegeben. Der Meinungswandel von Tarrasch ist deshalb bemerkenswert, weil er viele Jahre Lasker's größter Feind und "Antipode" war. Diese seine Haltung bestand auch noch zum Zeitpunkt seines Wettkampfes um die Weltmeiserschaft mit Dr. Lasker im Jahre 1908. Beim Wettkampf Steinitz - Schiffers und beim Revanchewettkampf um die Weltmeisterschaft zwischen Lasker und Steinitz werden ebenfalls primär die russischen Daten, d.h. die gebräuchlichen des
Julianischen Kalenders, genannt. Die analogen Daten des Gregorianischen Kalenders sind auch hier in Klammern gesetzt.
Teil IV wird zum Gedenken an Emannuel Lasker und unter besonderer Berücksichtigung seiner Stellung als Weltmeister mit
seiner Schönheitspartie gegen Exweltmeister Wilhelm Steinitz aus dem Londoner Turnier von 1899 beendet.
Eine Übersicht aller eingefügten Vergleichspartien und ein Fotoindex werden in Teil V gebracht. Das Buch "Das St. Petersburger Turnier von 1895/96 und die Stellung Lasker's als Weltmeister" findet seinen Abschluß mit Literaturhinweisen in Teil VI. Die Fotos stammen aus der erwähnten Literatur.
Abschließend sei Herrn Henk Chervet und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von der Königlichen Bibliothek 's-Gravenhage (Den Haag) für die Gewährung von Einblicken in den Bestand der Schachabteilung (Bijzondere collectie) der Bibliothek, Herrn Karl-Otto Jung bzw. dem Verlag Neu-Jung, Homburg, für die Gestaltung des Buches sowie meiner Frau Marianne und meinen Söhnen Harald und Norbert für ihre computertechnischen Hilfen gedankt.

24,80 €
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mobil: +49 177 504 2653
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